Blick über den Säulenrand
Neue Erkenntnisse zum Aufbau des Gehirns geben Aufschlüsse über seine Arbeitsweise (April 2011).
Mehr als 50 Jahre herrschte in der Hirnforschung die Vorstellung, dass sich die Nervenzellen in der Großhirnrinde in Form mikroskopisch kleiner Säulen organisieren. Vor allem in diesen Säulen, so die Lehrmeinung, würden Verbindungen zwischen Nervenzellen geknüpft. Clemens Boucsein und Martin Nawrot haben nun - gemeinsam mit ihren Kollegen in den Bernstein Zentren Freiburg und Berlin - in einem Artikel der Fachzeitschrift „Frontiers in Neuroscience“ gezeigt, dass diese Annahme revidiert werden muss. Die Kommunikation der Zellen außerhalb der Säulen spielt eine viel größere Rolle als bislang angenommen.
Breiter Zylinder statt schlanker Säule: Nervenzellen der Großhirnrinde erhalten viele Kontakte aus dem weiteren Umfeld (gelb) und nicht bloß aus einer schmalen Säule (blau) um die Zelle.
Bild: Boucsein/Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Pressemeldung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
